420 Proben
Das Experiment umfasste 420 Proben aus regionalen Tonen und verschiedenen Magerungsarten.
ANTIKE FINGERABDRÜCKE
Keramik aus einem der größten frühurbanen Zentren der südlichen Levante bewahrt direkte Spuren der Menschen, die sie herstellten.
Ergebnisse im Überblick
Das Experiment umfasste 420 Proben aus regionalen Tonen und verschiedenen Magerungsarten.
Die Schrumpfung lag je nach Rohstoff und Aufbereitung bei etwa 6 bis 20 %.
Das Feuer bewahrte den Fingerabdruck, verkleinerte aber seine Maße. Eine belastbare Deutung erfordert eine Korrektur anhand der tatsächlichen Keramikmasse.
Qedesh liegt im Bergland Obergaliläas. Die Forschung verbindet Keramik der Fundstelle mit regionalen Tonressourcen und experimentellen Schrumpfungsmessungen.
Leistenbreite und -dichte ermöglichen probabilistische Aussagen zu Erwachsenen, Jugendlichen, Frauen und Männern in der Produktion.
Trocknen und Brennen verkleinern Tonkörper und Abdruck. Ohne Messung der jeweiligen Schrumpfung kann die Biometrie verzerrt sein.
Fingerabdrücke erschließen Arbeitsteilung, Spezialisierung und die Weitergabe handwerklichen Wissens.
Das Experiment umfasste 420 Proben aus regionalen Tonen und verschiedenen Magerungsarten.
Die Schrumpfung lag je nach Rohstoff und Aufbereitung bei etwa 6 bis 20 %.
Unterschiedliche Korrekturen können denselben Abdruck verschiedenen Alters- und wahrscheinlichen Geschlechtsgruppen zuordnen.
Die Zusammensetzung der Arbeitsgruppe muss auf experimentell gemessener Schrumpfung beruhen.
Die Studie bietet den ersten experimentellen Datensatz dieser Größenordnung, der Fingerabdrücke auf Keramik aus Qedesh mit der gemessenen Schrumpfung regionaler Tone und Magerungen verbindet. Allgemeine Korrekturwerte reichen für eine verlässliche biometrische Deutung nicht aus.



Eine alltägliche Berührung kann Jahrtausende überdauern und zum archäologischen Befund werden. Ihre Bedeutung entsteht durch die Verbindung von Biometrie, Keramiktechnologie, Experiment und Kontext.
Jon Ross, Mitarbeitende des Qedesh-Projekts und Human Earth Lab, Institut für Archäologie, Karls-Universität.
Vollständiges Profil →Open-Access-Studie, Bilddokumentation, experimentelle Schrumpfungsdaten und methodischer Rahmen für antike Fingerabdrücke.
Ergebnisdetails →