← Zurück zu den Feldnotizen

Feldforschung

Geochemie mittelalterlicher Eisenverarbeitung bei Budapest

Drei Tage in einem großen früh- und hochmittelalterlichen Eisenverarbeitungskomplex.

2026-07-01 · Nagykovácsi · Ungarn

Beprobung in Nagykovácsi

In Nagykovácsi untersuchten wir Böden und Sedimente, die mit mittelalterlicher Eisenproduktion und -verarbeitung verbunden sind.

Wir verbrachten drei Tage in Nagykovácsi bei Budapest, in einem großen früh- und hochmittelalterlichen Eisenverarbeitungskomplex. Die Feldarbeit baut auf der Forschung von Zoltán Kovács auf, der den Standort als gut erhaltenen metallurgischen Komplex in der bewaldeten Landschaft zwischen Nagykovácsi und Solymár beschrieben hat.

Unser Ziel ist, das archäologische Archiv um eine geochemische und umweltbezogene Perspektive zu ergänzen. Wir nahmen Proben aus verschiedenen Bereichen, um Kontamination zu verfolgen, Produktionszonen zu unterscheiden und Erzgewinnung, Rösten, Verhüttung und abschließende Metallbearbeitung zu vergleichen.

Die Proben müssen noch analysiert werden. Die Ergebnisse sollen zeigen, ob unterschiedliche Produktionsphasen eigene chemische Signaturen in Böden und Sedimenten hinterließen und ob Geochemie die Produktionskette in der gesamten Landschaft rekonstruieren kann.

Aktuelle Forschung

Die Proben werden noch analysiert. Im Mittelpunkt stehen Kontamination, Produktionszonen und die Rekonstruktion der Produktionskette.

Standort

Nagykovácsi und Solymár

Die Feldarbeit fand in der bewaldeten Landschaft zwischen Nagykovácsi und Solymár nordwestlich von Budapest statt. Das Gebiet bewahrt Spuren von Erzgewinnung, Rösten, Verhüttung und weiterer Eisenverarbeitung.

  • ungefähres Gebiet: Waldzone zwischen Nagykovácsi, Solymár und Remeteszőlős
  • Forschungsthema: mittelalterliche Metallurgie und ihr geochemischer Fußabdruck
  • Ziel: Produktionszonen unterscheiden und Bodenkontamination verfolgen

Forschungsfragen

  1. Wie spiegeln sich unterschiedliche Phasen der Eisenverarbeitung in der Bodengeochemie wider?
  2. Lassen sich Bereiche für Erzgewinnung, Rösten, Verhüttung und Schmieden unterscheiden?
  3. Wie weit reicht die Kontamination über die Produktionsbefunde hinaus?
  4. Welche Elemente erfassen den langfristigen Fußabdruck metallurgischer Aktivität am besten?
  5. Wie interagierten Produktionsabfälle mit natürlichen Boden- und Sedimentprozessen?

Was wir verfolgen

  • Geochemie der Metallurgie
  • Umweltfußabdruck der Eisenproduktion
  • Kontamination
  • Unterschiede zwischen Produktionsbereichen
  • Rekonstruktion der Produktionskette

Vorläufige Ergebnisse

Während der dreitägigen Kampagne nahmen wir Proben aus Produktionsbereichen, Sedimentprofilen und deren Umgebung.

Aktuelle Arbeit

Die Proben werden derzeit im Labor bearbeitet, anschließend geochemisch analysiert und mit der archäologischen Dokumentation des Standorts verknüpft.

Referenzstudie

History Behind a Name: Nagykovácsi, an Ironworking Village

Zoltán Kovács ·

DOI: https://doi.org/10.36338/ha.2024.1.5

PDF öffnen ↗